Gemeinde Sylt

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Rathaus und Bahnweg 20-22

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Das Standesamt Sylt ist an Freitagen
nur für Eheschließungen geöffnet.

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Inselverwaltung 
Gemeinde Sylt /Amt Landschaft Sylt

Rathaus
Andreas-Nielsen-Straße 1/ Bahnweg 20-22
25980 Sylt / Westerland

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25969 Sylt / Westerland

Telefon 04651-851-0
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Gemeinde Sylt - Aktuelles

- Es gilt das gesprochene Wort -

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
die Gemeinde und mit mir der Bürgervorsteher heißen Sie herzlich willkommen zum diesjährigen Neujahrsempfang. Wir haben ihn bewusst spät terminiert und die Stichwahl, über deren Ausgang ich übrigens sehr froh bin, abgewartet,  weil wir geahnt haben, dass Sie auf den neuen Bürgermeister neugierig sein würden. Sie haben also heute schon Gelegenheit, in zwangloser Atmosphäre meinen Nachfolger Nikolas Häckel persönlich kennen zu lernen.
Petra
Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, dann hat es sehr turbulent begonnen mit der Abwehr eines in der Strandstrasse geplanten Bordells der Paradise Entertainment GmbH,  auch Rudloffsche Etablissements genannt. Herr Beretin, die rechte Hand von Herrn Rudloff, war mehrfach mein Verhandlungsgegenüber bis er in U-Haft kam und nach meinen Informationen auch so bald nicht mehr herauskommen wird. Im Nachhinein war ich froh, dass mein knallhart seriöses Auftreten – ich hatte Teile meiner Marineuniform mit einem Hosenanzug kombiniert -  die Herren aus dem Milieu wohl so verblüfften, dass sie sich gleich in der ersten Verhandlungsrunde von dem Vorhaben abbringen ließen, sicher auch deshalb, weil ich über 2000 Protestunterschriften vorweisen konnte.  Da nun aber der Vertragspartner und Grundstückseigentümer der Strandburg die Paradise Entertainment GmbH auf Vertragserfüllung verklagt hat, bleibt jetzt der Ausgang des Gerichtsverfahrens abzuwarten und es stellt sich die kuriose Frage, ob Rudloff verurteilt wird, den Gentlemensclub zu bauen und zu betreiben. Das wäre für die Gemeinde nach der erfolgreichen Verhinderung des Bordells ein absurdes Ergebnis. Dem Vorhaben mit einer Sperrbezirksverordnung zu begegnen, haben wir versucht, jedoch wirkt die Sperrbezirksverordnung lt. Landesregierung nicht bei Bordellen, für die bereits eine Baugenehmigung vorliegt.  Es steht daher zu befürchten, dass das Bordell auch noch Herrn Häckel beschäftigen wird.

Erfreulich war im vergangenen Jahr die Fertigstellung der Westerländer Feuerwache, unerfreulich die Kostensteigerung. Ob sich nun das Planungsbüro verrechnet hatte oder nicht sei dahingestellt, ich habe aus diesem Projekt gelernt, dass sich nach der Rechtsprechung ein Planer verrechnen darf, wenn der Bauherr bei korrekter Berechnung die zusätzlichen Kosten am Bau  sowieso zu tragen hätte. Das sind die sog. „Sowieso-Kosten“, die es in meinen Augen der öffentlichen Hand erschweren das Budget seriös zu  planen und darüber hinaus bei 50 – 60 % erlaubter Kostensteigerung lt. Rechtsprechung ein erhebliches Bauherrenrisiko bedeuten kann. Gleiches ist bei der Morsumer Brücke und der Lüftungstechnik im Schulzentrum passiert, wo wir genau aus diesem Grunde wegen Schlechtleistung des Fachplaners Schadensersatz verlangen.
 Meine Damen und Herren, ich sage das deshalb, weil anlässlich des Bürgermeisterwahlkampfes immer wieder gesagt worden ist, die Verwaltung bräuchte endlich eine bessere Kostenkontrolle, dann würden solche Baukostensteigerungen nicht passieren. Der Punkt ist aber, dass bei besonderen Bauvorhaben wie einer Brücke, Schulgebäude oder Feuerwache die Verwaltung sich auf die Fachplaner verlassen können muss und diese, weil sie dafür bezahlt werden, meiner Meinung nach auch sorgfältig zu arbeiten haben.
Bei all diesen Schwierigkeiten konnten wir uns dennoch über die endgültige  Fertigstellung der Großbauvorhaben freuen.  Feuerwache, Schulzentrum, Muasem Hüs mit Nahversorgung und Morsumer Brücke waren Projekte, an denen Jahre gearbeitet worden war, weil man immer wieder mit unerwarteten Problemen und  Rückschlägen fertig werden musste. Gestatten Sie mir die Bemerkung, dass wir bei unseren selbst geplanten und durchgeführten Wohnungsbauvorhaben durch KLM nie solche Kostenüberschreitungen erlebt haben.

Überhaupt sind 2014 im Wohnungsbau entscheidende Fortschritte gelungen. Der Kooperationsvertrag mit dem Land, der uns Fördermittel bis zu 50 Mio. Euro ermöglicht wie auch landeseigene Grundstücke, die wir bebauen dürfen für Bedienstete des Landes sprich Polizeibeamte, Lehrer, Deichbauingenieure usw.
Der beschlossene Erwerb einer großen Fläche in Morsum von Privat, der Kauf des Ida-Ehre Hauses von der AWO und nachfolgend das Pflegeheim im Wenningstedter Weg sowie das Altenzentrum in der Steinmannstrasse bedeuten für die Gemeinde eine Vermögensmehrung mit Zukunftssicherung und verhindern Fehlentwicklungen beispielsweise in der Versorgung älterer Mitbürger.

Insgesamt sollen 226 neue Wohnungen bis 2017 realisiert werden.
Das Straßennetz der Gemeinde ist ein Stück weit erneuert worden wie Steinmannstrasse, Friesische Strasse, Bundiswung oder Parkplatz Hafenstrasse Rantum.
Der Klimaschutzmanager hat seine Arbeit aufgenommen und in der Verwaltung sind erstmals 4 E-Mobile testweise als Dienstfahrzeuge im Einsatz.
Wir haben unsere Dienstleistungen am Bürger verbessert durch den neuen interaktiven Internetauftritt und eine optimierte Beschlusskontrolle.
Es galt auch im vergangenen Jahr wieder große Veranstaltungen zu organisieren und abzuwickeln, darin ist das Hauptamt sehr versiert. Ob es nun die Präsentation der Bürgermeisterkandidaten im CCS, der Neujahrsempfang oder die Veranstaltungen rund um die Einweihung der Reinefarth Mahntafel ging, alles ist dem Anlass angemessen gelungen.

Die Unterbringung und Leistungserbringung an die große Anzahl von Menschen, die aus krisengeschüttelten Ländern bei uns Schutz suchen, waren im vergangenen Jahr eine große Herausforderung und wird es auch bleiben. Inzwischen hat Sylt im Kreis Nordfriesland mit 1330 Personen den höchsten Anteil an ausländischen Mitbürgern. Demgegenüber hat Husum beispielsweise nur 1.000 ausländische Mitbürger. Wir sind eine multikulturelle Insel geworden, was man sehr schön in den Kindergärten und Schulen erleben kann. Nun gilt es ca. 100 Asylbewerber und Flüchtlinge aus dem vergangenen Jahr offen wie respektvoll zu integrieren. Das Thema Willkommenskultur sowie interkulturelle Kompetenz wird unsere Verwaltung verstärkt auch die nächsten Jahre beschäftigen.
Ich bin besonders stolz darüber, dass wir mit dem von mir ins Leben gerufenen Fonds für Familien in Not auch im vergangenen Jahr wieder 22 Familien bzw. Einzelpersonen helfen konnten.

Seit 8 Jahren gibt es diesen Fonds und ich konnte in dieser Zeit fast 183.000 Euro Spendengelder einsammeln. Ich hoffe, dass mein Nachfolger diese Einrichtung beibehält und ebenfalls fleißig Spenden einwirbt, denn es hat sich in unserer Gemeinde herumgesprochen, dass es diese schnelle und unbürokratische Hilfe gibt.
Die Schließung der Geburtenstation und der Morsumer Grundschule waren Ereignisse, die uns schockiert haben, die wir aber trotz kämpferischer Einsätze nicht verhindern konnten. Bei der Geburtenstation sehe ich für die Zukunft noch einen Lösungsansatz, das geht aber nur gemeinsam mit allen beteiligten Protagonisten. Ich bin bestrebt, das zusammen  mit Herrn Häckel noch vorzubereiten.

Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir eine Bemerkung zum Bürgermeisterwahlkampf. Neben vielen Versprechungen und Wahlkampfgetöse der Kandidaten ist die Inselverwaltung in den Medien nicht besonders gut weggekommen. Das hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die engagiert sind und einen hohen Qualitätsanspruch haben, ziemlich mitgenommen. Ich weiß, dass diese Verwaltung gut funktioniert, sehr bürgerfreundlich, aber genauso auch unbestechlich und gesetzestreu ist. Nicht nur die Insel, auch die Inselverwaltung hat eine bessere öffentliche Darstellung verdient.

Aus dem Hochschulbereich habe ich vergangenes Jahr zum ersten Mal den Begriff „Syltifizierung“ gehört. Wer von Ihnen kann sich darunter etwas vorstellen ?
Syltifizierung bedeutet, dass sich wohlhabende Klientel Wohnraum auf einer Insel kauft, dadurch die Immobilienpreise in die Höhe treibt und die sozial schwächeren Einwohner müssen in großer Zahl die Insel verlassen.
Der Begriff Syltifizierung steht dafür, dass dieses Phänomen sich auch bereits auf andere Inseln Europas bemerkbar macht.
Offenbar ein Wink dafür,  dass ich zu lange im Amt war, ist ein Brief, in dem sich der Absender darüber beklagt, dass Sylt „verpetrareibert“ wird. Der Absender behandelte das Bordell in der Strandstrasse und schrieb :
Bordell ja bitte, Sex macht frei, Spießer sind unfrei, Sylt wird verpetrareibert und Verklemmte applaudieren unterwürfig.
Damit wären wir wieder beim kuriosen Teil meiner Neujahrsansprache angelangt, denn auch in 2014 hat die Verwaltung ziemlich verrückte Sachen erlebt.
So wurde den Mitarbeitern im Umweltamt im Zusammenhang mit einer Dünenschutzmaßnahme vorgeworfen, sie seien nicht dazu da, den anderen nur Sand in die Augen zu streuen. Als Vorschlag für den Küstenschutz war eingegangen die Westseite mit Steinschotter, Betongemisch oder Klebesand aufzufüllen, um sich so vor Sandverlusten zu schützen und gleichzeitig Land zu gewinnen.
Eine Dame aus Thüringen war über die permanente bundesweite Berichterstattung zur Wohnungsnot auf Sylt so betroffen, dass sie ein möbliertes Zimmer mit Bad- und Küchenbenutzung in Georgenthal, das ist 8 km von Gotha in Thüringen, für einen alleinstehenden Sylter angeboten hat. Offenbar stellte sie sich vor, dass viele Sylter kein Dach über dem Kopf haben.

Wenn bei uns Briefe eingehen, die mit einer mechanischen Reiseschreibmaschine verfasst sind, dann ist damit zu rechnen, dass der Verfasser zum älteren Semester gehört.
Ein Herr aus Berlin schrieb uns, dass er seit Jahrzehnten die Entwicklung der Insel mit Wehmut beobachte. 1965 habe man sich als Nicht-Sylter wie zu Hause gefühlt. Gunter Sachs, Ivan Rebrow oder Gerhard Schröder konnte man auf offener Strasse um ein Autogramm bitten. Heute gäbe es keine Handwerksbetriebe mehr, keine freiwilligen Feuerwehren  und wenn man im Winter Richtung List ein Fenster mit Licht sähe, dann seien das Einbrecher. Dass ich meinen Posten aufgebe,  fand der Herr schade, weil er das Gefühl habe, ich hätte wenigstens eine Seele.

Ebenfalls mit Reiseschreibmaschine schrieb mir ein Herr im ersten Satz des Briefes wortwörtlich : „Wenn ich ein solch schönes Gesicht hätte wie Sie und ein solch bezauberndes Lächeln und wenn ich eine Frau wäre, dann würde ich alle meine Verehrer zappeln lassen und mich zu meinem Ehemann bekennen.“
Beim Lesen dachte ich, was für eine freche Taktlosigkeit, aber ich las weiter und zitiere : „Ich selbst bin mit einer Traumfrau mehrere Jahre verheiratet gewesen. Sie war die Tochter eines Fabrikanten. Ihre Mutter war froh darüber, dass ich ihr die frühpubertierende Tochter abgenommen hatte. Auf Sylt besuchte meine Frau mit einer Freundin häufiger eine Apotheke. Der liebestolle Apotheker hatte es auf meine Frau abgesehen. Unter Tränen hat sich die Ehefrau des Apothekers für die Schandtaten ihres Mannes bei mir entschuldigen wollen.
Meine Frau ist durch die Schuld des skrupellosen Apothekers krank geworden. Wenn Schürzenjäger die eheliche Treue angekratzt haben, dann führt das oft zu einer Frauenkrankheit, dem Reizdarm, an der viele Frauen zerbrechen.“
Schließlich endete der Brief mit einem Vorschlag. Der Herr schrieb: Sie, verehrte Frau Reiber, stellen mich für die Gemeinde Sylt als Hüter der Moral ein. Kosten entstehen der Gemeinde nicht, weil ich ein ausreichendes Einkommen habe. Ich werde mit der nötigen Diskretion die Wohnungen überwachen, welche von deren Eigentümern als sogenannte Ferienwohnungen moralisch missbraucht werden und untreuen Ehepartnern gegen Entgelt zeitlich zur Verfügung stehen.“ Dann an mich persönlich gerichtet:  „Zur Entlastung Ihres Lebenspartners würde ich auch kostenlos ihren Garten pflegen. Wichtig ist mir nur, dass das Wort Eifersucht zwischen uns allen nie Bedeutung haben darf.“
Als Bürgermeister auf Sylt ist man auch für viele Urlauber erster Ansprechpartner, ob es die Jacke ist, die man in einer Boutique in Westerland gekauft und die nicht mehr gefällt, ein abgebrochenes Gebiss und der verzweifelte Versuch einen Zahnarzttermin zu bekommen, unglückliche Meerschweinchen oder die störenden Kondensstreifen am Himmel, das Regenwetter das nicht in den Urlaub passt, für alles soll der Bürgermeister eine Lösung parat haben oder er wird für alles, was nicht gut gelaufen ist, schuldig gesprochen.  Aber das hat bei mir bald ein Ende und darüber bin ich nicht traurig. Das Amt hat über den Zeitraum von 24 Jahren viel Kraft gekostet, weil ich immer bestrebt war mein Bestes zu geben. Die ersten gesundheitlichen Alarmsignale, dass es mit den Belastungen so nicht weiter gehen kann, kamen bei mir vor 5 Jahren. Es wurde Zeit das ernst zu nehmen und Konsequenzen zu ziehen. Dennoch macht es einen Unterschied, ob man sich von dem Amt verabschiedet oder von den Menschen, mit denen man eine schöne Zeit hatte. Das fällt mir nämlich sehr schwer. Von den Neujahrsempfängen war einer schöner wie der andere. Nur einmal hatten wir nicht genug zu essen, dafür aber immer genug zu trinken.

Gerne hätte ich heute Abend alle politischen Mandatsträger und Mitarbeiter, die als Bedienungspersonal am schwarzen Outfit und Schürze zu erkennen sind, aufmarschieren lassen, denn sie tragen wesentlich zum Gelingen so eines Abends bei. Leider ist dafür kein Platz vorhanden. Ein Dankesapplaus wird sie aber bestimmt freuen.
Das Essen kommt dieses Mal aus der Schulmensa. Sie werden erstaunt sein, wie gut im Schulzentrum gekocht wird. Mein Dank geht an die Chefköchin Frau Ledl.
Und last but not least die Organisation und Ausgestaltung haben meine beiden Vorzimmerdamen Frau Petersen und Frau Heinrich alleinverantwortlich geleistet. Selbständiges Arbeiten wird bei uns auch im Vorzimmer erwartet. Unterstützt wurden die beiden von Mitarbeitern des Hauptamtes und den Männern vom Bauhof.
Peter Schnittgard hat es im CCS am Sonntag schon gesagt, wir beide sind das Team Peter und Petra, deshalb freue ich mich jetzt auf seine Ansprache.

Ihnen wünsche ich Gesundheit und Zufriedenheit, auf dass im neuen Jahr all das eintritt, was Sie sich von dem neuen Bürgermeister erhoffen.

-Es gilt das gesprochene Wort -

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, liebe Petra, Kolleginnen und Kollegen aus der Politik, den Repräsentanten der Nachbarorte, der Kirchengemeinden, der Vereine, Verbände, der Hilfs-Rettungs- und Schutzstationen und Organisationen, Gäste und Freunde der Gemeinde, Vertreter der Medien und natürlich liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, KLM, ISTS, EVS und zum Begrüßungsfinale, sehr geehrter zukünftiger Herr Bürgermeister Nikolas Häckel.
Herzlich Willkommen zum 16. Neujahrsempfang.
Als Bürgervorsteher der Gemeinde übermittle ich die besten Wünsche und Grüße der ehrenamtlichen Selbstverwaltung.Peter
Ich verbinde dies auch mit dem anerkennenden Dank gegenüber unserer Gemeindeverwaltung, ob im Rathaus, Hebbelweg, auf beiden Seiten des Bahnweges, auf dem Flugplatz, dem Flughafen, Strandstraße. Am Fliegerhorst, in den Kitas, Schulen, Schutz- und Rettungszentren. Den Sozialeinrichtungen, Pflegeheimen, kirchlichen Einrichtungen, den Werkstätten, Lebenshilfe, den Vereinen usw. in der Gemeinde. Allen sei gedankt, Sie spüren meine Damen und Herren, allein in und mit dieser Aufzählung wie vielfältig und komplex die Gemeinde Aktivitäten ausstrahlt.

Apropos „Ausstrahlung“: Wir haben es endlich geschafft, eine friesisch geprägte CD zu realisieren, die all das was zu Biike und Petritag gehört im Ton ausschließlich mit Sylter Interpreten festgehalten hat. Besten Dank an den Henner Krogh-Nachlass, Gemeinde, C- P. Hansen Kuratoruim und Söl´ring Foriining.
2014 war wieder ein stürmisches und anstrengendes Jahr. Ein Jahr, das in vielen Fällen kein Wunschkonzert war, sondern uns voll in Atem hielt. Selbst bis in den Dezember hinein, als es am Bürgermeisterwahltag zu einer Stichwahl kam.
Über das zurückliegende Jahr hat die Bürgermeisterin sozusagen die Patenschaft für einen Rückblick übernommen.
Es bleibt also ein kleiner Ausblick für 2015. Ohne Rückblick? Ich glaube beides hängt unmittelbar zusammen. Schon allein bedingt durch die finanziellen Dimensionen.
Der Haushalt 2015 umfasst auf 227 Seiten in Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushaltes knapp 54,3 Mio.
Im Vermögenshaushalt liegt der Ansatz in Ein-und Ausgaben bei 7.869 Mio €.
Mit 233 Positionen im Stellenplan ist die Gemeinde ein sehr großer Arbeitgeber. Um für 2015 einen ausgeglichenen Haushalt beschließen zu können, müsste aus der Sendung „Wünsch Dir was“ eine Sendung „Was bin ich“ werden und Streichungen in Höhe von ca. 5 Mio € vorgenommen werden. Verbunden mit einem historischen Tief bei den Rücklagen, wie es der Finanzausschuss-Vorsitzende Wolfgang Jensen in seinem Haushaltsbericht erläutert.
Ein mit Risiken behafteter Haushalt also. Andererseits darf man die Kosten und aufgenommen Kredite für die Sanierung des Schulzentrums (12 Mio €) auch als dringend sowie notwendig ansehen.

Insgesamt ist die Verschuldung rasant angestiegen. Doch wir haben ja auch „Gegenwerte“. Wenn ich einmal die noch vorgesehenen Kreditaufnahmen um 21 Mio € dazurechne, so liegen wir im Bereich von 127 Mio € Verbindlichkeiten als Schuldenlast der Gemeinde. Es kann aber etwas beruhigend sein, dass unser Blick auf eine ausreichende Liquidität gerichtet ist.
Meine Damen und Herren, die Gemeinde mit ihren Eigenbetrieben und GmbHs sieht sich mehr als Dienstleister. Dies kommt besonders deutlich zum Tragen durch die wirtschaftlichen Aktivitäten des ISTS als Partner für Gäste, Bürger, Vermieter und Unternehmer. Gleiches trifft für die EVS und KLM zu.
Eine umsichtige Planung von Finanzausschuss und Kämmerei spiegelt sich im Haushalt wieder.
Aus dem Jahr 2014 nehmen wir als Erinnerung von großer Bedeutung mit:
die „drei Stationen des Gedenkens“ an 70. Jahre Warschauer Aufstand in Westerland und Wola/Warschau. Ich war tief bewegt im Dezember die Begegnungen mit Schülern unserer Insel und aus Warschau vor Ort an den Gedenkstätten miterleben zu können.

Zwei weitere große Ereignisse die von der Bürgermeisterin schon erwähnt wurden haben insulare, regionale und überregionale Bedeutung für uns gezeigt:
   -die neue Feuerwache
   -die Wahl eines zukünftigen Bürgermeisters.
Beides ist jetzt real und wird uns zukünftig begleiten.

Auch das Thema Wasserrettung wird uns nicht mehr in Sondersitzungen begleiten müssen. Es gibt eben Macher, die so etwas ohne mediale Begleitung erst vorstellen, wenn alles steht. „DR Kroll“.

Was sind also unsere Herausforderungen 2015?
  - Zentralisierung der Gemeindeverwaltung und zwar zügig und von allen Parteien und Wählergemeinschaften gemeinsam getragen.
  - Sicherheit für Planung und Investitionen von Bibliothek und Spielbank
  - fröhlicher Einzug von Mietern am Bastianplatz und im Ida Ehre Haus
  - Stärkung unseres Powerbetriebs KLM
  - langfristige Absicherung des Flughafen-Betriebes
  - Unterstützung der Vereine und Verbände, hier als Wahlversprechen aller Parteien das „Haus der Jugend“
  - Konzept für die langfristigen Betriebsformen von Pflege- und Seniorenheimen in der Steinmannstraße und im Wenningstedter Weg.
  - Beteiligung am LED-Konzept zur Kostenminimierung bei den Beleuchtungssystemen in Bezug auf umweltfreundlichere Energie-Effizienz.
Es gibt noch Vieles, was auf der Agenda stehen wird oder müsste. Einen dieser Punkte habe ich mir als Knaller bis zum Schluss aufgehoben.

Die Therme

Wir reden nunmehr über… Jahre. Wir streiten in der Gemeindevertretung, wir prozessieren, wir planen, wir zahlen, wir sehen den Verfall, wir empfinden keine Genugtuung darin, dass der Hauptgläubiger und der Insolvenzverwalter weiter als Einzige frohlocken. Wer obsiegt, wann denn auch. Es ist nicht mehr zu ertragen. Es muss ein Ende haben. Es schmerzt nicht nur unsere Keitumer Mitbürger.
Will man den bisherigen Weg weiter gehen?
Das wird unserem neuen Bürgermeister viel Zeit, Mühe, Geduld und juristische Auseinandersetzungen bringen. Das wird unsere amtierende Bürgermeisterin auch so sehen. Machen wir in harten Verhandlungen ein Ende.

Egal, wann ein Ende ist, es wird immer ein Aufeinander-Zugehen werden. Dazu braucht man kein Jurist sein. Packen wir es an.

Lassen Sie mich schließen mit einem Wunsch. Wir haben in 2014 rund 90 Sitzungen mit Verwaltung und Selbstverwaltung gehabt. Ein starkes Stück Arbeit für alle Beteiligten. Dafür Dank und Anerkennung.

Und für Sie alle, meine Damen und Herren, Gesundheit, ein gutes Jahr 2015 und wenn Sie Lust haben, Sie sind zu jeder Sitzung herzlich willkommen.
Ich will dann jetzt mein Glas erheben, die Gemeindevertretung sagt:
Happy new year.
Rüm Hart, Klaar Kiming.

 

Aufgrund von Nachfragen aus der Bevölkerung weist die Gemeinde Sylt noch einmal darauf hin, dass die Wahlbenachrichtigungskarten, die in der Zeit vom 14.11.2014 bis 23.11.2014 für die Bürgermeisterwahl versandt wurden, auch für die Stichwahl am kommenden Sonntag, 11. Januar 2015 gelten.
Gleiches gilt für die Teilnahme an der Briefwahl. Die persönliche Stimmabgabe im Wahllokal ist auch ohne Vorlage der Wahlbenachrichtigungskarte möglich, wenn beispielsweise ein gültiger Personalausweis oder Reisepass vorgelegt werden kann oder die/der Wahlberechtigte auf andere Weise zweifelsfrei zu identifizieren ist. Wahlberechtigt für die Stichwahl ist derselbe Personenkreis wie bei der Ursprungswahl am 14.12.2014.

Weitere Fragen zur Wahl werden im Bürgerservice unter den Rufnummern 851-511 bis -515 beantwortet.

Lenkungsgruppe Gefahrenabwehr erarbeitet umfassende Handlungsgrundlagen


Wer hat was auf Sylt im Falle eines Großschadensereignisses oder eines Katastrophenszenarios wann und wo zu tun? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ganz detailliert die 2013 gegründete Lenkungsgruppe Gefahrenabwehr, ein Kompetenzteam verschiedener Sylter Institutionen. Ihm gehören Repräsentanten der Gemeinde Sylt und des Amtes Landschaft Sylt ebenso an wie Vertreter von Polizei, DRK, Ordnungsamt und Feuerwehren. Darüber hinaus unterstützen zwei externe Berater mit Kontakten zur Hamburger Feuerwehr und zur Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) das Team bei der Bewältigung dieser umfangreichen Aufgabe.

Es ist ein langer Weg intensiver Recherchen und Gespräche, den die Lenkungsgruppe Gefahrenabwehr vor 18 Monaten beschritten hat. Am Ende dieses Weges wird die Erstellung des „Gefahrenabwehrplanes Sylt“ stehen, eines Handlungsleitfadens, auf dessen Basis das optimale Vorgehen bei den unterschiedlichsten Schadensszenarien ermöglicht wird.

Warum aber wurde das Kompetenzteam überhaupt eingerichtet? Tatsächlich gibt es bereits Katastrophenschutzpläne für jeden Ort. Der Gefahrenabwehrplan Sylt wird jedoch deren Inhalte erweitern und weitaus detaillierter präzisieren, die aktuellsten Zahlen enthalten, Kommunikationswege beschreiben, Schnittstellen bei den Zuständigkeiten definieren und auf diese Weise die insulare Zusammenarbeit bei der Bewältigung von Großschadensereignissen und Katastrophen optimieren.

Just wurde von der Lenkungsgruppe Gefahrenabwehr die aufwändige Basisarbeit abgeschlossen, die der Bevölkerung bereits im April dieses Jahres im Rahmen einer insularen Einwohnerversammlung weitgehend präsentiert wurde. Aufgrund von Plänen, Statistiken und wissenschaftlichen Erkenntnissen trug das Team dabei zunächst zahlreiche Daten zusammen, die von der Infrastruktur bis zu den Naturräumen alle Gegebenheiten der Insel umfassen. Im zweiten Step wurden mögliche Schadenszenarien entworfen, wobei die Bandbreite von der schweren Sturmflut und Starkregen über Großbrände und Flugzeugabstürze bis hin zu Stromausfällen und Epidemien reicht.

Aktuell beschäftigt sich das Team mit den so genannten Handlungsempfehlungen für die einzelnen Geschehnisse, wobei die Kompetenzen und Erfahrungen der Mitglieder des Teams wichtige Erkenntnisse liefern. Bis zum Beginn 2015 soll auch dieser dritte und letzte Schritt weitgehend abgeschlossen sein. Der Gefahrenabwehrplan insgesamt wird eine jährliche Aktualisierung erfahren, etwa in Hinblick auf die personelle Stärke und den Fuhrpark der Rettungsorganisationen, aber auch bezüglich der Notfallkontakte und Erreichbarkeiten. Mit dem umfangreichen Handlungsbuch ist im Schadenfall dann stets ein Vorgehen gewährleistet, das auf Aktion statt Reaktion setzt – das so genannte „vor die Lage kommen“ –, den Einsatz der Kräfte sinnvoll kombiniert und mögliche Versäumnisse von vornherein vermeidet.

Angesichts der Insellage kommt der Einbeziehung der Bevölkerung neben den offiziellen Einsatzkräften eine besondere Bedeutung zu. Auch diesem Thema wird sich die Lenkungsgruppe noch gesondert widmen. Unterstützend soll hier eine Studentin oder ein Student gewonnen werden, zum Beispiel für die Ausarbeitung einer Bachelor-Arbeit zu diesem Thema als Basis für weiter gehende Konzepte.

Die Erstellung des Gefahrenabwehrplanes ist im übrigen nicht nur für Sylt selbst richtungsweisend: Erstmalig im ganzen Bundesgebiet wird ein solches Projekt auf gemeindlicher Ebene (unterhalb der Katastrophenschutzbehörden) im direkten Kontakt mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe umgesetzt.